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Strike Bike - Eine Belegschaft wird rebellisch

Ein Film von Robert Pritzkow, Laines Rumpff und Jan Weiser

Veranstaltungen
cover DVD

DVD, Laufzeit 45 Minuten,
Sprache und Menü deutsch,
Format 16:9
12,80 € (unverbindliche Preisempfehlung)
2008, ISBN 978-3-89900-128-0

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Voller Wut im Bauch besetzte die Belegschaft der Fahrradfabrik Bike Systems in Nordhausen am 10. Juli 2007 ihren Betrieb. Mit dem Beschluss des neuen Eigentümers, das Werk an diesem Tag komplett zu schließen, hatten sich die 135 Frauen und Männer in Thüringen zunächst schon fast abgefunden. Als ihnen die Geschäftsführung an diesem Tag aber auch noch mitteilte, dass Lone Star nicht mal mehr die Abfindungen und die ausstehenden Löhne bezahlen wollte, war das Maß voll.

Die vorher nicht als kämpferisch aufgefallenen Arbeiterinnen und Arbeiter errichteten auf dem Gelände ein großes Zelt, stellten Feuerkörbe auf, hielten am Werkstor Wache und verließen seitdem den Hof nicht mehr. Was folgte, war eine 115 Tage andauernde Betriebsversammlung. Die Belegschaft knüpfte Kontakte, veranstaltete Demos und Feste, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. In dieser Zeit schwappte den Unermüdlichen aus Thüringen eine riesige Welle der Solidarität entgegen. Sogar aus dem Ausland trafen Grußbotschaften ein und vor Ort war es den Menschen sympathisch, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Abwicklung nicht einfach tatenlos hinnahmen.

Als Höhepunkt organisierten die Streikenden noch einmal eine Fahrrad-Produktion. Die 1.800 roten "Strike Bikes" stellten sie in Eigenregie in ihrem Betrieb her. Sie wollten zeigen, dass sie noch zu etwas nützlich sind - auch wenn Lone Star das anders sah. Sie machten deutlich, welch unsinnige Verschwendung von Wissen und materiellen Ressourcen ihr Arbeitsplatzabbau darstellt und bewiesen ganz nebenbei, dass sie gar keinen Chef brauchen, um ihr Produkt herzustellen.

Im Zentrum der Dokumentation "Strike Bike - Eine Belegschaft wird rebellisch" stehen die Arbeiterinnen und Arbeiter von Bike Systems. Sie kommen selbst zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Sie berichten über die Schwierigkeit, eine Betriebsbesetzung zu organisieren, und wie die Idee geboren wurde, ein Fahrrad zu produzieren. Ebenso geben sie Auskunft darüber, warum zunächst einmal nach nur einer Woche wieder Schluss war. Was am Ende bleibt, ist die außergewöhnliche Erfahrung, die die KollegInnen gemeinsam gesammelt haben - und ein rotes Fahrrad, das beweist, dass eine Selbstverwaltung der Produktion funktionieren kann.

 

Auslieferung für den Buchhandel: PROLIT